Klaus Elmar Müller

Kirchliches Gesetz entschuldigt unerlaubte Bischofsweihen: Canon 1323 CIC
Kritiker der geplanten Bischofsweihen durch die Priesterbruderschaft St. Pius X., aber auch Verteidiger stellen die von der Piusbruderschaft in Anspruch genommene "Notlage" als außergesetzliche Angelegenheit dar. Gesetzlich wäre nur die automatische Exkommunikation bei unerlaubter Bischofsweihe.
Beide übersehen den Canon 1323 des Kirchengesetzbuches "Codex Juris Canonici", der den Sachverhalt einer Notlage und sogar den Sachverhalt einer bloß irrtümlich angenommenen Notlage in ein klares positives (niedergeschriebenes) Gesetz fasst.
Papst Benedikt meinte, die Exkommunikation der von Erzbischof Lefebvre geweihten Bischöfe aufzuheben -ein guter Akt!-, aber in Wahrheit hat eine solche Exkommunikation wegen Canon 1323 CIC nie bestanden.
1. DAS GRUNDSÄTZLICHE
Die Weihe von Bischöfen ohne Erlaubnis des Heiligen Vaters in Rom oder gar gegen dessen erklärten Willen bedeutet grundsätzlich automatisch die Exkommunikation …Mehr

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bert

Ich denke die derzeitige Notlage ist wesentlich schwerwiegender als 1988

Bethlehem 2014

Lieber @Klaus Elmar Müller Das hatte Prof. May schon vor 38 Jahren nachgewiesen. Mit wenig Erfolg: leider!
Es rächt sich jetzt, daß Papst Benedikt damals so viel Rücksicht auf seine Feinde nahm und die "Exkommunikation" nicht einfach für ungültig erklärt hat. Das wäre besser gewesen - und ehrlicher. Ratzinger, so vermute ich, hat immer gewußt, daß die Exkommunikation ungültig war. Er war ja nicht doof. Er kannte auch die von Ihnen zitierten Canones.
Was haben die Modernisten nach dem Pontifikat Benedikts von diesem eigentlich übriggelassen? Alles, was er mühsam aufgebaut hatte, wurde gnadenlos (!) wieder niedergerissen.
Hw. Jaime Mercant Simó hat jetzt dasselbe nachgewiesen, wie damals May. Er "prophezeit", daß die Piusbrüder dennoch wieder "exkommuniziert" werden werden. Er hält dies für ungültig, erwartet es aber, weil er weiß, daß man auf diese Weise die Kirche kaputtmachen will: bewußt oder unbewußt.

Eugenia-Sarto

Die Piusbrüder brauchen den "Krieg" nur als eine Ertüchtigung sehen und sich einfach nach ihrem Vorbild Lefebvre richten. Gegen Fernandez hat die Piusbruderschaft die besseren Karten. Nämlich die Wahrheit.

Bethlehem 2014

@Eugenia-Sarto Stimme Ihnen voll zu. Aber dennoch: sollte die Diskreditierung der (ungerechten) Exkommunikation verhängt werden, wird dies manche wie ein Stigma abschrecken. Der Weg der Kirchengeschichte kann dann noch Jahrzehnte beschwerlich werden und ich möchte mir gar nicht ausmalen, was gewisse (!) Mitglieder der Petrusbruderschaft alles über die Piusbruderschaft ausgießen werden. Natürlich ist das für sie nicht viel mehr als Selbstschutz und offenbart deren wirkliches Vertrauen in die kirchliche Obrigkeit.

Eugenia-Sarto

Es besteht für die Katholiken in der Nachkonzilszeit eine große Notlage. Einzelne Ausnahmen gibt es. Aber für die meisten Christen bestheht eine ausserordentliche Notlage mit schwerem Glaubensverlust. Die Piusbruderschaft sollte möglichst viele Bischöfe weihen, soweit ihr Bedürfnis reicht.