Maria coredemptrix
Ist Rom noch die Heilige Stadt? Erzbischof Lefebvre über die Romanität


Rom ist für Katholiken mehr als eine Stadt. Es ist der Sitz Petri, der Ort, an dem Petrus und Paulus ihr Blut vergossen haben – und damit, wie Erzbischof Lefebvre schreibt, die Heimat jedes Christen, gleich in welchem Land er lebt. Doch was bleibt von dieser Heimat, wenn dort die lateinische Sprache verschwindet, die römische Liturgie ersetzt wird und falsche Religionen einziehen?

Der folgende Text stammt aus den ergänzenden Bemerkungen zum neu aufgelegten „Geistlichen Wegweiser", dem geistlichen Testament des Erzbischofs. Kapitel 3 handelt von der providentiellen Auserwählung Roms und den Segnungen, die daraus für den mystischen Leib Christi erwachsen sind. Lefebvre zieht daraus einen Schluss, der zunächst überrascht und dann einleuchtet: Man kann nicht katholisch sein, ohne römisch zu sein.

„Ogni cristiano è romano"
Die „Romanität“ ist kein leeres Wort. Die lateinische Sprache ist dafür ein wichtiges Beispiel. Sie hat den Ausdruck des katholischen Glaubens und Kultes bis an die Grenzen der Erde getragen. Und die bekehrten Völker waren stolz darauf, ihren Glauben in dieser Sprache zu besingen, dem realen Symbol der Einheit des katholischen Glaubens.

Die Schismen und die Häresien haben oft mit einem Bruch mit der Romanität begonnen, einem Bruch mit der römischen Liturgie, mit dem Latein, mit der Theologie der lateinischen und römischen Väter und Theologen.
Gerade diese Kraft des in der Romanität verwurzelten katholischen Glaubens wollte die Freimaurerei zum Verschwinden bringen, indem sie den Kirchenstaat besetzte und das katholische Rom in die Vatikanstadt einschloss. Diese Besetzung Roms durch die Freimaurerei ermöglichte die Infiltration des Modernismus in die Kirche und die Zerstörung des katholischen Rom durch die modernistischen Geistlichen und Päpste, die sich beeilen, alle Spuren der Romanität zu zerstören: die lateinische Sprache, die römische Liturgie.

Der slawische Papst (Papst Johannes Paul II stammte aus Polen) ist am meisten darauf versessen, selbst das Wenige zu ändern, was der Lateranvertrag und das Konkordat noch bewahrt haben. Rom ist nicht mehr Heilige Stadt. Er fördert die Niederlassung falscher Religionen in Rom, veranstaltet dort skandalöse ökumenistische Versammlungen, drängt überall zur Inkulturation der Liturgie und zerstört so die letzten Spuren der römischen Liturgie. Er hat den Status des Vatikanstaates praktisch umgewandelt. Er hat auf die Krönung verzichtet und damit abgelehnt, Staatsoberhaupt zu sein.

Die Verbissenheit dieses Vorgehens gegen die Romanität ist ein untrügliches Zeichen des Bruches mit dem katholischen Glauben, den er nicht mehr verteidigt.
Die päpstlichen Universitäten von Rom sind Lehrkanzeln modernistischer Pest geworden. Der koedukative Charakter der Gregoriana ist ein dauernder Skandal. Folgen wir liebevoll den Wegen der göttlichen Vorsehung und der göttlichen Weisheit, die durch Rom gehen, und wir werden zu dem Schluss kommen, dass man nicht katholisch sein kann, ohne römisch zu sein.

Das lässt sich auch auf jene Katholiken anwenden, die weder die lateinische Sprache noch die römische Liturgie haben; wenn sie katholisch bleiben, dann weil sie römisch bleiben – wie zum Beispiel die Maroniten, und zwar durch die Bande zur französischen katholischen und römischen Kultur, die sie geformt hat.

Rom und die Heilige Kirche sind universell

Man ist übrigens in einem Irrtum befangen, wenn man von der römischen Kultur als von einer abendländischen Kultur spricht.

Die katholischen Juden haben alles aus dem Orient mitgebracht, was christlich war, alles, was im Alten Testament eine Vorbereitung war und ein Beitrag zum Christentum werden sollte, alles, was unser Herr aufgenommen hat und was der Heilige Geist den Aposteln zu gebrauchen eingegeben hat.

Wie oft belehren uns die Briefe des Apostels Paulus darüber! Gott wollte, dass das Christentum, das in gewisser Weise in die römische Gussform geflossen war, dadurch eine außergewöhnliche Lebenskraft und Verbreitung erhalte.

Leben und Sterben für den römisch-katholischen Glauben!

Alles im göttlichen Plan ist Gnade, und Unser göttlicher Erlöser hat alles so verfügt, wie es von den Römern gesagt wird: „cum consilio et patientia“ (mit Rat und Geduld) oder „suaviter et fortiter“ (sanft und stark)!

Auch wir sind aufgerufen, diese römische, von unserem Herrn gewollte Tradition zu bewahren, wie Er auch wollte, dass wir Maria zur Mutter haben.

Quelle: Auszug aus der Neuausgabe des Geistlichen Wegweisers - Der Text wurde zu Lebzeiten Johannes Pauls II. verfasst. Hier zu Sarto Vrelag: Geistlicher Wegweiser

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